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Lebenslauf  des Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafters der Republik Tadschikistan in der Bundesrepublik Deutschland Sohibnazar GAYRATSHO

geb. am 08.05.1974 in Tadschikistan

Beruflicher Werdegang

Seit September 2018 – Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter der Republik Tadschikistan in der Bundesrepublik Deutschland;

2017-2018 - Leiter der Abteilung für Europa und USA im Außenministerium.

2017  Abteilung für Europa und USA im Außenministerium, Botschaftsrat 

2014-2016  – Botschaftsrat der Botschaft Tadschikistan in Berlin

2014- Leiter der Abteilung "Diplomatische Vertretungen" im Außenministerium der Republik Tadschikistan, Weiterbildung des Personals

2013 - Leiter der Übersetzungsabteilung im Außenministerium Tadschikistan

2012–2013 Assistent des Aussenministers der Republik Tadschikistan

2006-2011 - I.  Sekretär des Außenministeriums

Ausbildung:

2008-2009 Teilnahme an dem 4. Diplomatenkolleg des Auswärtigen Amtes der BRD

1999-2004 Studium  an der Otto-Friedrich Universität, Sprach- und Kommunikationswissenschaften, Iranistik

1991-1996 Staatliches Pädagogisches Institut  Shewtschenko

Sprachkenntnisse:

Tadschikisch (Muttersprache), Deutsch, Russisch, Englisch, Persisch 

Familienstand:

verheiratet

CV of Mr. Gayratsho  in English

 

Grußwort

des außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafters der Republik Tadschikistan in der Bundesrepublik Deutschland

S.E. Herrn Sohibnazar Gayratsho

Sehr geehrte Freunde,

ich heiße Sie auf der offiziellen Seite der Botschaft der Republik Tadschikistan in der Bundesrepublik Deutschland herzlich willkommen.

2018 war für politisches Leben der Republik Tadschikistan ein inhaltsreiches Jahr. Im Laufe dieses Jahres haben in unserem Land eine Reihe von internationalen politischen Konferenzen und Foren stattgefunden, die zur Erörterung der Herausforderungen sowie internationalen Problemen der Gegenwart eine wesentliche Rolle gespielt haben.

Tadschikistan unternimmt Anstrengungen beim Widerstand gegen sicherheitsrelevante Herausforderungen und leitet hierzu sowohl international als auch regional entsprechende Maßnahmen ein. Unter der Berücksichtigung seiner geografischen Lage gilt der Kampf gegen diesen negativen Erscheinungen und die Sicherstellung des Friedens für unser Land als ein Schwerpunkt  seiner prioritären Aufgaben.   

Mit Hinblick auf die steigenden terroristischen und extremistischen Bedrohungen wurde 2016 in der Republik Tadschikistan „Die Nationale Strategie des Widerstands gegen Terrorismus und Extremismus für 2016-2020“ verabschiedet. Das Ziel der Verabschiedung der erwähnten Strategie ist vor allem die Vorbeugung der Straftaten mit dem terroristischen und extremistischen Hintergrund. In diesem Zusammenhang organisierte die Regierung der Republik Tadschikistan in Zusammenarbeit mit UNO, OSZE und EU im März 2018 in Duschanbe die „Internationale Konferenz zum Thema „Bekämpfung des Terrorismus und gewaltbereiten Extremismus“. An dieser Veranstaltung appelierte die Republik Tadschikistan an die Teilnehmerstaaten, zur Sicherstellung des Friedens und der Stabilität mehr Anstrengungen zu unternehmen und gegen negative Herausforderungen der Gegenwart sowie deren Beseitigung alle Kräfte einzusetzen. Wie der Präsident der Republik Tadschikistan sagte: „Terrorismus und Terroristen kann man als eigene oder fremde, radikale und reformfreudige, gute oder böse nicht beurteilen. Im Gegenteil, Terrorist hat keine Heimat, Religion, weder Glauben noch Nationalität. Deswegen müssen wir gegen sie gemeinsam kämpfen“. Wir sind zuversichtlich, dass Deutschland während seiner Mitgliedschaft beim Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (2019-2021) neben anderen aktuellen Problemen ebenfalls zur Stabilisierung der Lage in Afghanistan und zum Einvernehmen zwischen Konfliktparteien beitragen wird.

Infolge der Erderwärmung, Abschmelzen von Gletschern und Zunahme von Naturkatastrophen gehört die Versorgung der Menschen mit Trinkwasser zu den aktuellsten Themen in den meisten Staaten der Welt und steht auf der Agenda vieler internationalen Konferenzen und Symposien. Im Mai 2018 fand in der Stadt Duschanbe die Internationale Gipfelkonferenz zum Thema „Internationale Aktionsdekade - Wasser für nachhaltige Entwicklung 2018-2028“ statt. Tadschikistan - bekannt als Land der wichtigen internationalen Initiativen im Bereich Wasserressourcen - hat mit der Organisation der Konferenz erneut gezeigt, dass als Staat, der sich am Oberlauf des Wasserflusses liegt, großen Wert auf die Wasserproblematik, den Zugang zum sauberen Trinkwasser und Sanitäranlagen legt und das Wasser insgesamt als Faktor der Integration der Staaten der Region betrachtet.          

Mit der rationalen und effizienten Nutzung der vorhandenen Wasserressourcen hat Tadschikistan der internationalen Gemeinschaft gezeigt, dass Wasser als Faktor der nachhaltigen Entwicklung der Länder ebenfalls eine große Rolle spielen kann. Die Regierung der Republik Tadschikistan hat im Laufe von 27. Jahren seiner Unabhängigkeit eine Reihe von kleinen und großen Wasserkraftwerken gebaut und in Betrieb genommen. Zum ersten Male in seiner Unabhängigkeitsgeschichte hat Tadschikistan in 2017 die Einschränkung der Stromversorgung in Wintermonaten vollständig aufgehoben. Am 16. November 2018 wurde der erste Generator des Wasserkraftwerks Roghun feierlich in Betrieb genommen und damit Tadschikistan einem seiner drei strategischen Ziele, nämlich Erlangung der Energieunabhängigkeit einen Schritt nähergebracht.     

Die vor wenigen Wochen verabschiedete Nationalstrategie der Entwicklung Tadschikistan für die Zeit bis 2030 verkörpert in vielerlei Hinsicht jene Maßnahmen der Weltgemeinschaft, die in den 17 Entwicklungszielen der Agenda 2030 verankert sind. Diese Nationalstrategie soll durch die Schaffung neuer Möglichkeiten wichtige Wirtschaftssäule, darunter auch Tourismus in Tadschikistan fördern. 

Die Mitwirkung bei der Rekonstruktion bzw. dem Bau von Wasserkraftwerken, Energieinfrastruktur sowie sozialen Einrichtungen sind ein gutes Beispiel für allseitige Beziehungen der Republik Tadschikistan mit seinen internationalen Partnern, darunter mit der Bundesrepublik Deutschland. Die Rekonstruktion des Wasserkraftwerkes Nurek mit finanzieller Unterstützung der Regierung der Bundesrepublik Deutschland sowie dessen Ausstattung mit moderner deutscher Technik, Lieferung von Ausrüstungen für den im Bau befindlichen Wasserkraftwerk Roghun, Sanierung des Wasserkraftwerkes in Bezirk Murghab durch deutsche Finanzierung, Bau von dutzenden Schulen, Krankenhäusern und sozialer Infrastruktur belegen die intensive Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern, welche als anschauliches Beispiel für die Verbesserung der Wertschöpfungskette angesehen werden kann.              

2018 haben Tadschikistan und Deutschland den 26. Jahrestag der Aufnahme ihrer diplomatischen Beziehungen gefeiert. Innerhalb der 26 Jahre sind die wichtigsten Instrumente der Zusammenarbeit, solche wie die politische Konsultationen, Regierungsverhandlungen, Dialog zwischen Regierungsmitgliedern und Abgeordneten sowie Erfahrungsaustausch zwischen Ministerien und Behörden beider Länder zu Stande gekommen, die man als günstige Plattform für Erörterung der Zusammenarbeit bezeichnet werden kann.       

Abgesehen von gutem bilateralen Beziehungsniveau, können diese uns jedoch nicht zufriedenstellen, denn sie entsprechen nicht den gegebenen und vorhandenen Möglichkeiten.       Der Warenumsatz ist zwar im Vergleich mit den letzten Jahren leicht gestiegen, lässt sich jedoch viel zu wünschen übrig. Die Produzenten von landwirtschaftlichen Produkten, Obst und Gemüse, Baumaterialien, wasserenergetischen Anlagen, die Textilbranche und Bergbauwesen haben einen großen Bedarf an modernen Technologien sowie Investitionen aus den EU-Staaten.

Tadschikistan gewährt den ausländischen Unternehmen für die Investition und den Bau der für unser Land wichtigsten Projekte eine Reihe von Zoll- und Steuererleichterungen. Das Vorhandensein der günstigen Arbeitskräfte, der Zugang zu den billigen Energiequellen, das Vorkommen an Bodenschätzen, die Eröffnung der Grenzen und der Zugang zu den regionalen Märkten schaffen eine günstige Grundlage für die Einrichtung von Produktionsstätten in Tadschikistan.

Die Einrichtung von logistischen Zentren, Warenlagern und Kühllagerhäusern, Aufbau von neuer Verkehrs- und Eisenbahninfrastruktur im Rahmen der Strategie: „Ein Gürtel – Eine Straße“ ermöglichen den ausländischen Produzenten, ihre Waren nicht nur in Tadschikistan, sondern auch in anderen Ländern der Welt zu verkaufen.

Ich möchte die deutschen Unternehmer bitten, - unter der Berücksichtigung der vorliegenden Vorteile - sich über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit und den tadschikischen Markt zu erkundigen. In dieser Hinsicht wird Ihnen die Botschaft Tadschikistan gerne zur Verfügung stehen. 2018 ist in Tadschikistan als „Jahr der Entwicklung des Tourismus und des Volkshandwerks“ proklamiert. Auf Grund der Verbesserung der touristischen Infrastruktur ist die Zahl der unser Land besuchten Touristen immens angestiegen. Die Regierung der Republik Tadschikistan macht gegenwärtig alle Anstrengungen, um die Sicherheit und freie Bewegung der ausländischen Touristen sicherzustellen und deren Reise unvergesslich zu machen.   

Ich nutze diese Gelegenheit, um alle Partner, Freunde, insbesondere die im Ausland lebenden Landsleute aufzurufen, an dem wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben unserer Heimat Tadschikistan tatkräftig teilzunehmen und mitzuwirken.

Die Webseite der Botschaft wird Sie über die Errungenschaften sowie aktuellen Nachrichten gerne informieren. Wir sind auch auf Facebook.


Sohibnazar Gayratsho, Botschafter

„Tadschikistan kann mehr  europäischen Touristen empfangen“. Eine neue Touristendestination entlang der Seidenstraße

  • Tourismus - Quelle des Budgets und Bindeglied der Nationen
  • Tourismusentwicklung auf der Agenda der Regierung von Tadschikistan
  • Warum Tadschikistan? Besonderheiten des Tourismus in Tadschikistan
  •  Interesse deutscher und europäischer Touristen an Tadschikistan
  • Herausforderungen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit

 

Tourismus - Quelle des Budgets und Bindeglied der Nationen

Heutzutage wächst der Tourismus weltweit mit einem rasanten Tempo.  Den Statistiken der UNWTO zufolge wurden im Jahr 2017 wurden  über 1.3 Milliarden grenzüberschreiten- de Touristenankünfte gezählt. Die weltweiten Touristeneinnahmen beliefen sich 2017 auf 1.340 Mlrd. US-Dollar. 1950 waren es lediglich  25 Millionen US-Dollar. Nur in Deutschland haben die inländischen und ausländischen Touristen, die die touristischen Dienstleistungen und Einrichtungen nutzen, allein 2017 über 287 Milliarden Euro ausgegeben. Dieser Betrag führte zur Schaffung von 3 Millionen Arbeitsplätzen und  eine Wertschöpfung von mehr als 105 Milliarden Euro. zusätzlichen Einnahmen. Jeder 15. Arbeitsplatz in Deutschland geht auf das Konto des Tourismus.

In den letzten Jahren hat die nachhaltige Entwicklung des Tourismus ihre Widerstandsfähigkeit gegen die Wirtschaftskrise und andere negative Faktoren bewiesen, die sich auf die Entwicklung dieses Wirtschaftssektors auswirken könnten. Trotz der Wirtschaftskrise hat sich der Tourismus stetig weiterentwickelt und damit seine Bedeutung für das wirtschaftliche Wohlergehen vieler Länder bewiesen. Es gibt eine Tendenz, die zeigt, dass die Menschen trotz der Wirtschafts- und Finanzkrise weiterhin reisen und ihre Ersparnisse für den Tourismus ausgeben wollen. Mit anderen Worten, der Tourismus ist heute ein integraler Bestandteil des Lebensstils der Menschen geworden, und um neue Orte, Kulturen und Zivilisationen zu entdecken, reisen Menschen in ferne Länder, einschließlich Tadschikistan.

Der Tourismus gilt als einer der wichtigsten Sektoren der Wirtschaft, Kultur und des sozialen Bereichs, der einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Wirtschaft leistet und die Vernetzung zwischen den Völkern der verschiedenen Länder der Welt stärkt. Darüber hinaus spielt der Tourismus eine wichtige Rolle bei der Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen, der Schaffung neuer Arbeitsplätze, dem Export einheimischer Produkte sowie der Interaktion zwischen verschiedenen Kulturen.  Gern schließen wir uns dem deutschen Politiker Helmut Schmidt an, der meinte: "Heutzutage ist es notwendig, die Wege des Verständnisses anderer Nationen zu erforschen. Das Studium soll nicht nur Musik und Lieder, sondern auch Philosophie, Verhalten und Status der Nationen umfassen.  Nur in diesem Fall ist es möglich, den kulturellen Austausch und das gegenseitige Verständnis zwischen den Nationen zu etablieren". Gegenseitiges Verständnis und Koexistenz könnten angesichts der modernen Realitäten und Geographie auch durch internationalen Tourismus, die Erleichterung von Reiseverfahren und die Öffnung der Grenzen erreicht werden.

Tourismusentwicklung auf der Agenda der Regierung von Tadschikistan

In Anbetracht der reichhaltigen historischen und kulturellen Ressourcen des Landes hat die Regierung der Republik Tadschikistan den Tourismus zu einem vorrangigen Sektor ihrer Wirtschaftspolitik erklärt. Zu diesem Zweck hat der Präsident der Republik Tadschikistan in seiner jährlichen Rede vor dem Parlament des Landes das Jahr 2018 zum "Jahr des Tourismus und des Volkshandwerks" erklärt. Mit dem Ziel, günstige Bedingungen für touristische Aktivitäten zu schaffen, hat die Regierung von Tadschikistan eine Reihe von Rechtsakten verabschiedet, die darauf abzielen, die Entwicklung des Tourismus in Tadschikistan zu erleichtern und konkrete Ziele für diesen für den Wirtschaftssektor wichtigen Bereich festzulegen. Es lohnt sich, einige von ihnen zu erwähnen.

Um die staatliche Politik im Tourismus effizient umzusetzen, wurde ein "Sonderprogramm zur Tourismusentwicklung für den Zeitraum 2018-2020" verabschiedet. Das Programm konzentriert sich hauptsächlich auf die Reformen in der Gesetzgebung, die Erleichterung der Lizenzausgabe für privaten Tourismusunternehmen, die Förderung von öffentlichen und privaten Partnerschaften im Tourismussektor (Public- und Privat Partnership), die Stärkung der Zusammenarbeit mit Tourismusagenturen, Hotels, Resorts und anderen am Tourismus Beteiligten, die Schaffung eines günstigen Investitionsklimas. Die Verbesserung von Service- und Dienstleistungen ist auch ein Schwerpunkt dieses Programms. Gegenwärtig sind in Tadschikistan über 140 privaten Touristenunternehmen tätig, von denen circa 70 allein 2018 gegründet wurden.

Um touristische Infrastruktur zu entwickeln und eine bessere Beteiligung des Privatsektors an der Schaffung der touristischen Infrastruktur zu fördern, verabschiedete die Regierung Tadschikistan ein neues Dekret, wonach Anlagen, Transportmittel und Baumaterialien, die zur Gründung der Touristenanlagen eingeführt werden, von Mehrwertsteuern und Zollabgaben befreit sind.

Die im August 2018 verabschiedete "Strategie zur Tourismusentwicklung der Republik Tadschikistan für den Zeitraum bis 2030",  ist ein wichtiges Papier, welches die Hauptrichtlinien der Touristenentwicklung für die nächsten Jahren bestimmt. Die Strategie trägt dazu bei, Pläne und Leitlinien für die Umsetzung der Initiativen der Privatwirtschaft zu erarbeiten. In den drei mittelfristigen Programmen ist Realisierung zahlreicher Projekten mit Beteiligung der einheimischen und ausländischen Investitionen vorgesehen.

Darüber hinaus, ist  Tadschikistan als Mitglied der UNWTO mit mehr als 18 Ländern Regierungsabkommen und Absichtserklärungen über die touristische Zusammenarbeit geschlossen. Ein unter dem Vorsitz des Vize-Premierministers gegründeter Koordinierungsrat führt die Aufsicht über die Realisierung der erwähnten Programme.

Im Jahr 2016 wurde das neue E-Visasystem eingeführt und damit die Geographie der Touristen aus 109 Ländern im Jahr 2016 auf 146 im Jahr 2017 erweitert. Das System hat den Prozess der Erlangung eines Visums für Tadschikistan wesentlich vereinfacht.

Die oben genannten Maßnahmen der Regierung haben bereits zu Ergebnissen geführt. Vertreter der Tourismusbranche wurden in den letzten 8 Jahren zur Teilnahme an internationalen Tourismusmessen wie der ITB Berlin, der "Inturmarket" und der Moscow International Travel & Tourism Exhibition (MITT) eingeladen.  Durch die Teilnahme an den oben genannten Messen und die Präsentation der touristischen Möglichkeiten Tadschikistans, insbesondere in den Bereichen Ökotourismus, Freizeittourismus, Alpinismus und Jagd, steigt die Zahl der Touristen aus Europa. Wenn im Jahr 2010 rund 160 000 Touristen nach Tadschikistan kamen, dann erreichte die Zahl der Touristen 2017 über 440 000. In den Folgejahren ist geplant, die Zahl der Touristen auf 1 Million zu erhöhen. Das internationale Terminal des Flughafens Duschanbe, Eisenbahnstraßen, neu gebaute Autobahnen, Hunderte von Tourismuseinrichtungen und andere umzusetzende Vorhaben schaffen günstige Voraussetzungen, damit das Land in naher Zukunft mehr Touristen empfangen kann.

Warum Tadschikistan? Besonderheiten des Tourismus in Tadschikistan

Die Erfahrungen der Länder in Sachen Tourismusentwicklung zeigen, dass der Tourismus neben dem Beitrag zum Staatshaushalt auch eine Reihe von negativen Auswirkungen hat, wie z.B. die Verschlechterung der Natur und die Störung von Tier- und Pflanzenarten. Der Fortschritt in Wissenschaft, Technologie und Kommunikationstechnologie hat das Leben und die Arbeit der Menschen einfacher und produktiver gemacht. Gleichzeitig sind die Menschen aufgrund des rasanten Fortschritts ängstlich, was wiederum zu verschiedenen stressbedingten Krankheiten wie "Burnout", "Fatiguessyndrom", "Fibromyalgie-Syndrom", "Berufskrankheit" führt.

In Tadschikistan gibt es Orte, die noch nicht vom industriellen Fortschritt berührt wurden, wo man sich von der städtischen Eitelkeit erholen kann, indem man ruhige Berg- und Tieflands-Landschaften beobachtet und umweltfreundliches Essen genießt. Mit anderen Worten, Tadschikistan ist der beste Ort für diejenigen, die bereit sind, dem urbanen Getue zu entfliehen, sich aufzuladen und das Bewusstsein wiederzuerlangen.  Das Land bietet eine hervorragende Möglichkeit für spirituellen Tourismus an.

Wer nach Tadschikistan reist, kann die vier Jahreszeiten auf einmal beobachten. Während zum Beispiel im Süden des Landes die Lufttemperatur +40 Grad beträgt, könnte es im Norden Tadschikistans regnen oder schneien. Alpinismus, Jagd und Sport sind integraler Bestandteil des Tourismus in Tadschikistan. Dutzende von Hochburgen und Erholungszentren, Resorts und Sanatorien bieten ihre Dienstleistungen zur Behandlung von stressbedingten Erkrankungen nicht nur für inländische, sondern auch für ausländische Touristen an. Sozilogischen Umfragen zufolge bevorzugen die meisten Tadschikistanliebhaber Ökotourismus, Alpinismus sowie historischen und ethnographischen Tourismus.

Basierend auf den natürlichen Gegebenheiten, der Geschichte und Kultur des Landes sowie den Studien von Experten auf diesem Gebiet werden die folgenden Arten von Tourismus als eine Priorität im Land angesehen: 

  • Freizeittourismus, (Resorts);
  • Alpinismus und Ökotourismus;
  • Historischer und ethnographischer Tourismus;
  • Rafting;
  • Skifahren;
  • Jagd.

Derzeit sind rund 140 Reisebüros auf dem Tourismusmarkt des Landes aktiv. Verschiedene Fluggesellschaften wie Tajik Air, Somon Air, Asian Express, das neue internationale Terminal des Flughafens Duschanbe sowie Helikopterdienste stehen den Touristen zur Verfügung. Von Duschanbe aus gibt es Direktflüge nach China, Kasachstan, Kirgisische Republik, Russland, Deutschland, Türkei und Indien. Die einheimische private Fluggesellschaft Somonair prüft derzeit neue Flugverbindungen. Auf Initiative des Komitees für Tourismusentwicklung und der Kommunikationsbehörde sowie in Zusammenarbeit mit der Kommunikationsfirma "Tcell" werden Gästen Tadschikistans in diesem Jahr spezielle Mobiltarifen und SIM-Karten zu günstigen Preisen angeboten, die neben reibungslose Kommunikation innerhalb des Landes auch mehrsprachige Informationen über Hotels, Restaurants, Krankenhäuser, Taxidienste und Touristenattraktionen zur Verfügung stellen. Taxidienstleister in Tadschikistan sind mit moderner Telekommunikationstechnik ausgestattet.  Die Tätigkeit einiger international renommierter Hotelketten wie Hyatt Regency, Serena und Sheraton Hotels in Tadschikistan ist das erfolgreiche Beispiel für ausländische Investitionen im Tourismussektor.

Interesse deutscher und europäischer Touristen an Tadschikistan

Wenn man Orientbeschreibungen des deutschen Dichters und Philosophen W. Goethe im  "West-Östlicher Divan" und die Übersetzungen der altpersischen Dichtungen durch Adam Olearius außer Acht lässt, so fing das Interesse an die  Kultur der Völker entlang der Seidenstrasse, wie die der Tadschiken erst im 19. Jahrhundert an, intensiver zu werden.

Der bekannte Forscher und Bergwanderer des 19. Jahrhunderts Wilhelm Gustav Rickmers reiste nach seinem Uni-Abschluss zunächst nach Kaukasus und nach Tadschikistan. Er reiste durch Samarkand, Buchara, Duschanbe und erreichte Baldschuwon und Khowaling, wo er zusammen mit der lokalen Bevölkerung einiger Zeit lang Gold schürfte. Während seiner zweiten Reise begab er sich mit seiner britischen Lebenspartnerin ins Zarafshon-Tal und später erreichte er im Bestandteil der legendären deutsch russischen Alai-Forschungsspedition Pamirgebirgen. Wilhelm Rickmers erzählt in seinen Memoiren "Pamir-Alay" aus 7 Bänden, neben Beobachtungen über die Sitte und Bräuche der Einheimischen, das Naturschauspiel in Bergbadachschan, auch über jene Trends, die beim Verständnis der Globalisierungsprozesse und Gletscherforschungen von großer Bedeutungen sind.

Bis in die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts waren die Fan-Berge eine der meistbesuchten Touristenattraktionen für Gäste aus Osteuropa, insbesondere aus Deutschland. Ein deutscher Tourist, nach seiner Reise in die Artuch-Berge in Tadschikistan, sagte in seinen Memoiren von 1988:  „Das Fan-Gebirge war noch vor 4 Jahren zur Sommerzeit fest in deutscher Hand. Es gehörte in den Transi-Kreisen der DDR (UDF - Unerkannt durch Freundesland) schon fast zum guten Ton, im Fan gewesen zu sein (meist kombiniert mit den Städten Buchara, Samarkand und Chiwa). Beständig gutes Wetter im August durch die Nähe der Wüste, einfache Erreichbar­keit, zehn besteigbare Fünftausen­der auf engstem Raum und eine bizarre Landschaft mit guten Wegen sind das Markenzeichen dieses Gebirges“.

Die Zahl der deutschen Touristen, die Tadschikistan besuchen, ist an der Gesamtzahl der internationalen Touristenankünfte am Wachsen. Jedes Jahr kommen Tausende deutscher Touristen zu touristischen Zwecken nach Tadschikistan. Die Deutschen bevorzugen vor allem Ökotourismus, Alpinismus, Rafting, Radfahren, Individualtourismus und Reisen auf Fahrrad- und Motorrädern. Die Archäologische Universität Berlin in Zusammenarbeit mit der Akademie der Wissenschaften der Republik Tadschikistan forscht seit einigen Jahren an archäologischen Stätten Tadschikistans. Archäologische Funde aus Dangaras Turbuloq, Hulbur, Khovaling, Pandschakent, Farhor belegen, dass Zivilisationen der hellenistischen Zeit früher im heutigen Tadschikistan residierten. Der Aufbau der Infrastruktur und die Organisation von Reisen zu den oben genannten Orten kann nicht nur Touristen anziehen, sondern auch Wissenschaftler und Studenten aus Europa, die sich mit Archäologie und Artefakten beschäftigen.  Der Bau von Anlagen an Orten, die in der Vergangenheit hauptsächlich von europäischen Touristen besucht wurden, kann die Zunahme von touristischen Angeboten von Europa und Deutschland bis Tadschikistan fördern.  Wenn wir uns unsere Geschichte ansehen, gab es in der Vergangenheit viele europäische Persönlichkeiten, die Tadschikistan mit touristischen und arbeitsbezogenen Zielen besuchten. So besuchte beispielsweise der finnische General Kaarlo Kivekäs 1890 Badachshan, der deutsche Forscher Rickmers 1912 und Anvar  Shah 1922 Baldschuwon, der slowakische General besuchte Isfara und der lettische Offizier war in Nurobod. Der Bau von Denkmälern für historische Personen, die in Tadschikistan waren, kann dazu beitragen, das Interesse der zu pillgernden Touristen zu erwecken.

Herausforderungen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit

Trotz der Erfolge in diesem Wirtschaftszweig ist das Land nach wie vor auf Hilfe und Investitionen aus dem Ausland angewiesen.  Es ist notwendig, die Zahl der kleinen und großen Hotels, Restaurants, Touristenzentren, Pensionen an den Seen Sarez und Iskandarkul zu erhöhen; Gasthäuser zu bauen und die Gastfamilienangebote in Panjakent, Rasht, Baldschuwon, Romit, Dschilikul, Bartang, Tavildara, Vakhon und Karatog zu verbessern; Schaffung von Touristeninformationszentren, Entwicklung von Verkehrsdiensten wie Taxis, Bussen und Kleinbussen, einschließlich Auto- und Fahrradverleih, Rafting, Reiten, Motorradtouren und andere. Alle oben genannten Herausforderungen könnten potenzielle Bereiche für die Investitionszusammenarbeit zwischen Tadschikistan und Deutschland auf der Grundlage des gegenseitigen Nutzens anbieten.

Die Bewältigung dieser Herausforderungen würde dazu beitragen, die Zahl der internationalen Touristenankünfte nach Tadschikistan zu erhöhen. Tadschikistan und Deutschland könnten eine für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit in Bereichen wie der Erforschung internationaler Erfahrungen, dem Erfahrungsaustausch unter Beteiligung von Experten im Rahmen des CIM-Programms, dem Ausbau von Service- und Informationszentren, der Verbesserung des Kapazitätsaufbaus von Experten und Professoren durch Workshops, Rundtischgespräche und dergleichen aufbauen.

Erfreulich ist, dass die Zahl der Touristenunternehmen aus Tadschikistan zur Teilnahme an der jährlichen Internationalen Tourismusmesse ITB Berlin 2019 allmählich steigt.

Die deutschen Organisationen, die die Absicht haben, sich während der ITB Berlin 2019 mit tadschikischen Tourismusagenturen zu treffen und mit ihnen zusammenzuarbeiten, können sich sowohl an die Botschaft als auch an das Komitee für Tourismusentwicklung Tadschikistans wenden.

Wir stehen nun am Anfang eines langen Weges. Es gibt ein deutsches Sprichwort, welches lautet: "Gut Ding will Weile haben". Damit das Land zu einem aufgehenden Stern am Reisehimmel wird, sind noch viele Hürden zu beseitigen, viele Hindernisse zu bewältigen. Aber wir haben die Ressourcen entdeckt, wir haben es geschafft, dass das Land sicherheitspolitisch stabil wird. Wir sind auf dem Weg, Tadschikistan zu einem Land zu machen, in dem seine Gäste die Gelegenheit haben, die Freundschaft zu fühlen, die Herzlichkeit zu spüren, die Gastfreundlichkeit zu erleben und immer vor der Heimkehr ein Laib Brot beißen und dem Gastgeber hinterlassen, mit der Hoffnung bald wieder aufzutauchen

Wir sind fest davon überzeugt, dass der Tourismussektor in Tadschikistan bald einen wirklichen Schwung erhält und zur Schaffung günstiger Bedingungen für die wirtschaftliche Entwicklung beiträgt. Es gibt ein Sprichwort, das lautet: "Es ist besser, etwas einmal zu sehen, als es tausend Mal zu hören". Wir empfehlen Ihnen, Tadschikistan zu besuchen und die wahre Schönheit des Landes mit eigenen Augen zu erleben. Reisen Sie nach Tadschikistan und spüren Sie das Gefühl der Freundschaft!

Sohibnazar Gayratsho,
Botschafter der Republik Tadschikistan
Berlin 2018

 



 

 

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